Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt

Eine politische Kulturgeschichte Österreichs

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Artikelnummer: 9783800078448 Kategorie:
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Beschreibung

Kunst im Spannungsfeld zwischen Freiheit – Politik – Publikum

Wie Rechtsradikale wegen Schnitzlers „Reigen“ die Wiener Kammerspiele verwüsteten – warum die Kirche wegen eines Besuchs von Josephine Baker Bußgottesdienste veranstaltete – warum Österreichs Regierung 1933 die Bücherverbrennung in Deutschland bejubelte – wie Stefan Zweig aus Österreich vertrieben wurde – welche Autoren schon früh zu den Nazis überliefen – wer das miefige Kulturklima der Nachkriegsjahre zu verantworten hatte – wie Valie Export, Hermann Nitsch, Peter Turrini und viele andere um ihr Werk kämpfen mussten.

Herbert Lackner beschreibt in seinem neuen Buch das Ringen von Autor:innen, Musiker:innen und Künstler:innen um ihre Freiheit – eine politische Kulturgeschichte Österreichs.

·         Theaterskandal um Schnitzlers „Reigen“
·         Verbot des Kinofilms „Im Westen nichts Neues“ 1931
·         Bücherverbrennungen im Dritten Reich
·         Kampf gegen den Wiener Aktionismus
·         Proteste gegen die „Alpensaga“
·         Wirbel um die „Heldenplatz“-Uraufführung im Burgtheater
·         u. v. m.

“Ich kenne kein Werk, das die Geschichte der Zensur und Unterdrückung der Kunst in der jüngeren Geschichte Österreichs so objektiv und so hervorragend recherchiert dokumentiert wie dieses.”
Gottfried Helnwein

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Details zum Buch

Erscheiungsdatum: 09/2023
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag
208 Seiten
Abmessungen 14,6cm x 22cm
ISBN: 978-3-8000-7844-8

AUTOR:INNEN

Herbert Lackner

Dr. Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der »Arbeiter Zeitung« und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins »profil«. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge, unter anderem in »profil« und »Die Zeit«.

PRESSESTIMMEN

“Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt” bildet gemeinsam mit “Die Flucht der Dichter und Denker” (2017), “Als die Nacht sich senkte” (2019) und “Rückkehr in die fremde
Heimat” (2021), Lackners Bücher zur jüngeren Austro-Historie, ein Epochen-Lesebuch mit erhellenden Recherchen. Die Bände fügen sich zu einem Zeitbild – von der aufkommenden NS-Diktatur über die Emigration der Intellektuellen bis in die
von Nicht-Erinnern-Wollen vergiftete Nachkriegszeit hinein.
PROFIL | Wolfgang Paterno
Herbert Lackner hat erneut ein großartiges geschichtliches Werk verfasst. Es ist ein – in typischer Lackner-Manier – perfekt recherchiertes Buch. Er legt nun den bereits vierten Band seiner erfolgreichen Kulturgeschichte Österreichs vor. Darin berichtet er aus dem Blickwinkel der Kulturkämpfe, denen sich die Dichter und Denker immer wieder stellen mussten. Dabei spannt er seinen geschichtlichen Bogen als wahren Brückenschlag zwischen den Zeiten.

Redaktion Österreichisches Pressebüro | Elisabeth Aglas

Presseinformationen

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Pressetext zur redaktionellen Verwendung

Er wurde gegen wechselnde Gegner ausgetragen und er war opferreich: der Kampf der Künstler, Dichter und Denker um Existenz und Freiheit im dramatischen 20. Jahrhundert – und darüber hinaus. 

Kunst im Spannungsfeld zwischen Freiheit – Politik – Publikum

Wie Rechtsradikale wegen Schnitzlers „Reigen“ die Wiener Kammerspiele verwüsteten – warum die Kirche wegen eines Besuchs von Josephine Baker Bußgottesdienste veranstaltete – warum Österreichs Regierung 1933 die Bücherverbrennung in Deutschland bejubelte – wie Stefan Zweig von Antisemiten aus dem Land gemobbt wurde – welche Autoren schon früh zu den Nazis überliefen;

Wer das miefige Kulturklima der Nachkriegsjahre zu verantworten hatte – wie in den „bleiernen Fünfziger Jahren“ Künstler und Intellektuelle erstmals wieder Neues wagten;  die heftigen Konflikte mit den Aktionisten und die Widerstände, gegen die Künstler wie Hermann Nitsch, VALIE EXPORT und Peter Turrini um ihr Werk kämpfen mussten; „Alpensaga“ und „Heldenplatz“ und der Widerstand der „Zivilgesellschaft“; verbirgt sich heute hinter “Wokeness” und “Cancel Culture” vielleicht Zensur von Links?

  • Die Rolle der Politik, der Medien, der Kirchen
  • Wie die Kunst instrumentalisiert wurde
  • Wie die Massen aufgehetzt wurden
  • Alles schon einmal dagewesen, ist alles im Wiederkehren?

Aus dem INHALT:

„Das Gesindel tobt“
Antisemitische Exzesse in Wien wegen Schnitzlers “Reigen”

„Höchste Wollust und grausame Freude“
Der Kampf gegen die „Wochenschrift für Lebenskultur und Erotik“ führt zu einem Mord.

„Negerskandal in Wien!“
 Eine „Negeroper“ und eine „Halbnegerin“ – Josephine Baker und der junge Wiener Komponiste Ernst 
Krenek erregen Wien.

„Bildliche Nudititätsorgien“
Der Kampf gegen Schmutz und Schund“ und die Gegenwehr von Malern und Autoren

Ein Bestseller wird verbrannt
Autor Erich Maria Remarque wird mit seinem Roman „Im Westen nichts Neues“ zum Feindbild der Rechten.

„Zersetzung der sittlichen Kräfte“
In Deutschland kommen die Nationalsozialisten an die Macht und beginnen ihre Herrschaft mit einer Bücherverbrennung.

„Entgiftung von den Bazillenträgern“
In Österreich applaudieren die Regierungsparteien und die katholische Kirche den deutschen Bücherverbrennern. Sie wollen die Nationalsozialisten „überhitlern“.

Die Vertreibung des Doktor Zweig
Die konsequente Vertreibung von Österreichs erfolgreichstem Schriftsteller

Geist und Geistlosigkeit
In der austrofaschistischen Kanzlerdiktatur machen sich „heimatverbundene“ Künstler und illegale NSDAP-Mitglieder wie Max Mell, Josef Weinheber und Karl Heinrich Waggerl breit.

„Gewaltiger Mann, wie können wir dir danken?“
März ’38: Die Staatskünstler des Austrofaschismus begrüßen Adolf Hitler und werden Staatskünstler der Nazis

„Schmutz in ganzen Kübeln“
Das neue Österreich flüchtet sofort nach 1945 in konservative Kulturtraditionen, die Politik fördert das, dem vom Krieg erschöpften Publikum gefällt’s.

„Destruktiv, frivol, zersetzend“
Der nach Kriegsende einsetzende Kinoboom befeuert eine neue Schmutz- und Schund-Debatte, in der sich die Kirche durchsetzt. 

In den Kellern von Wien
Rückschau und Prüderie im offiziellen Kulturbetrieb versus der Entstehung von ganz Neuem im Untergrund 

Aktion und Reaktion
Die „Wiener Aktionisten“ schockieren das Publikum und erfahren die Härte der Staatsmacht. 

Die Wiederentdeckung der Heimat
1970er-Jahre als Zeitenwende, die Rückkehr zur politischen Literatur und die “Alpensaga”

Ein Stück des Weges
Nach 1968: Zeitenwende in der Politik: mehr Sinn für Kunst und Wissenschaft; seltene Einigkeit der Parteien; 
Neu in der Verfassung: „Freiheit der Kunst“ wird zur “Freiheit durch den Staat“ und nicht bloß “Freiheit vom Staat”


Zoff am Heldenplatz
Rechte und Konservative kommen wieder an die Macht; der Widerstand der „Zivilgesellschaft“, ein Theaterstück spaltet das Land

„Lieben Sie Scholten?“
Jörg Haider facht den Kulturkampf gegen Künstler und Kulturpolitiker wieder an, die Gründung der Organisation „SOS Mitmensch” und das erste “Lichtermeer” 

Zensur von links?
Der Kampf gegen “Wokeness”, ein Apell an „Normaldenkende“, „Cancel Culture“ und „Kulturelle Aneignung“ 

“Ich kenne kein Werk, das die Geschichte der Zensur und Unterdrückung der Kunst in der jüngeren Geschichte Österreichs so objektiv und so hervorragend recherchiert dokumentiert wie dieses.”
Gottfried Helnwein

1 Bewertung für Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt

  1. Reinhold

    Herbert Lackner ist ein begnadeter Schreiber. Er recherchiert ungemein sauber und intensiv, verfügt über eine feine Feder, schafft es scheinbar mühelos, uns Leserinnen und Leser in den Bann zu ziehen, uns in Erstaunen zu versetzen. Gleichzeitig rollt er vor uns Ereignisse, ja Absurditäten aus, die noch vor wenigen Jahrzehnten den politischen Diskurs bestimmten. Worüber wir heute schmunzeln, den Kopf schütteln, war damals durchaus mehrheitsfähig. Tempi passati!

    Ebenfalls ausdrücklich zu erwähnen: Lackner bezieht sich auf viele, auf sehr viele konkrete Beispiele, nennt Namen, stellt Zusammenhänge her, verweist auf die jeweiligen Machtverhältnisse. Daraus entsteht ein bemerkenswertes Kaleidoskop, in dem freilich die dunklen, die konservativen Seiten überwiegen. Tempi passati? Nicht ganz, meint der Autor, und verweist auf die Auswüchse einer Zensur von links. Lesenswert. Empfehlenswert. Großes Kino eben.

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