Im Schatten der Gemütlichkeit

Österreich in den 1950er- und 1960er-Jahren

Von Wirtschaftswunder bis Sittenstrenge: Ein lebendiges Porträt der frühen Zweiten Republik zwischen Aufbruch, Alltag und gesellschaftlichen Widersprüchen.

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Mit erzählerischer Kraft und journalistischer Präzision wird gezeigt, wie wirtschaftlicher Aufschwung auf gesellschaftliche Enge, Prüderie und politischen Stillstand trifft. 

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Beschreibung

Zwischen Muff und Moderne – Aufschwung, Prüderie und „Toast Hawaii“

Wirtschaftswunder, Italienurlaub, Fernsehen: Die Bilder der 1950er- und 1960er-Jahre sind bis heute vertraut. Herbert Lackner schaut in seinem neuen Buch hinter die Fassade einer vermeintlich „gemütlichen Zeit“.

Langsam füllen sich die Schaufenster, die Wirtschaft wächst, die Löhne steigen, bald kann man sich einen Italienurlaub leisten. Das neue Fernsehen leert die Kinos, Waschmaschine und Kühlschrank erleichtern den Alltag. Das ist die eine Seite der 1950er- und 1960er-Jahre.

Die andere ist ungemütlicher: Der Mann entscheidet, ob die Frau arbeiten darf. Sittenwächter stürmen Kinos, in Teilen des Landes sind das Twist-Tanzen und der Bikini verboten. Österreich ist spießig und verzopft. 
Auch politisch ist das Bild voller Widersprüche: Die SPÖ hilft bei der Gründung der FPÖ-Vorgängerpartei, die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit gerät früh ins Stocken, die ÖVP stürzt ihren Kanzler Leopold Figl und hohe Politiker paktieren mit dem US-Geheimdienst CIA.

Herbert Lackner erzählt von einem Land, das nur mühsam den Weg in die Moderne fand.

Aus dem Inhalt:

  • Wirtschaftswunder trifft Biedermeier
    Österreich wird wohlhabender, Autos, Konsumgüter und Urlaubsreisen werden erschwinglich – gesellschaftlich aber bleibt das Land erstaunlich lange in alten Vorstellungen gefangen.
  • Nazistimmen werden umworben, Kommunisten bekämpft
    ÖVP und SPÖ buhlen um die Stimmen ehemaliger Nationalsozialisten, der VdU zieht 1949 mit elf Prozent ins Parlament ein. Gleichzeitig wächst die Angst vor dem Kommunismus. Zwischen Ost und West muss das besetzte Österreich politisch lavieren – bis 1955 Neutralität und Staatsvertrag den Weg in die Freiheit ebnen.
  • Pizza, Vespa und Toast Hawaii: Das Fernweh zieht ein
    Italien wird zum Urlaubstraum, der eigene fahrbare Untersatz verspricht neue Freiheit. Pizza und Toast Hawaii bringen die Ferne auf den Teller, während Honolulu, Kalkutta und die Prärie die Hitparaden erobern.
  • Die Herrschaft der Männer
    Der Mann ist Familienoberhaupt, Frauen brauchen für vieles seine Zustimmung und ihre Berufstätigkeit gilt als nachrangig. Ein Familienrecht aus dem 19. Jahrhundert bestimmt noch weit hinein in die Nachkriegszeit das private Leben. Während sich der Alltag rasant verändert, halten sich traditionelle Rollenbilder hartnäckig.
  • Mein Gott – Sex!!!
    Unverheirateten Paaren kann ein gemeinsames Hotelzimmer verwehrt werden, Studentenheime wachen streng über die Geschlechtertrennung und Aufklärungsfilme sorgen für Empörung. Die sexuelle Revolution trifft in Österreich auf eine besonders prüde Gesellschaft.
  • Kaiser-Schmarren, Fernsehen und der Untergang des Abendlands
    „Sissi“ lockt Millionen ins Kino, während das neue Fernsehen in die Wohnzimmer einzieht. Zehn Jahre später kommen die Beatles nach Österreich: von der Jugend bejubelt, von vielen Erwachsenen als Provokation empfunden. Selbst ihre langen Haare werden zur politischen und kulturellen Aussage.
  • Heimatidylle trifft neue Wirklichkeit
    Heimatfilme beschwören eine heile, ländliche Welt, während sich Österreich längst verändert. Die ersten Gastarbeiter kommen, Städte und Lebenswelten wandeln sich und die alte gesellschaftliche Ordnung beginnt Risse zu bekommen.
  • Unter den Talaren: Die Jungen begehren auf
    In den 1960er-Jahren stellen neue Musik, Kunst und Lebensformen Autoritäten infrage. Studenten protestieren, die Wiener Avantgarde provoziert, der Generationenkonflikt wird sichtbar.

«Ein guter Teil der Leserschaft hat die hier beschriebenen Jahre vielleicht ganz oder zumindest teilweise selbst miterlebt. Manches wird diesen Leserinnen und Lesern bekannt vorkommen, vieles wird aber auch für sie neu sein.» Herbert Lackner

 

 

Zusätzliche Informationen

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Produkttyp

Details zum Buch

Erscheinungsdatum: 09/2026
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag
216 Seiten
Abmessungen 14,6cm x 22cm
ISBN: 978-3-8000-8120-2

AUTOR:INNEN

Herbert Lackner

Dr. Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der Arbeiter-Zeitung und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge, unter anderem im Profil  und Die Zeit.

PRESSESTIMMEN

Dieses Buch ist eine erhellende Zeitreise durch die grotesken Widersprüche und Brüche in der Gesellschaft dieser zwei Dekaden.
Barbara Brunner – Sortimenterbrief
Lackner macht in diesem Buch die ganze schillernde Widersprüchlichkeit der Jahre 1948 bis 1968 fassbar.
PROFIL – Sebastian Hofer

Presseinformationen

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Pressetext zur redaktionellen Verwendung

Zwischen Muff und Moderne – Aufschwung, Prüderie und „Toast Hawaii“

Wirtschaftswunder, Italienurlaub, Fernsehen: Die Bilder der 1950er- und 1960er-Jahre sind bis heute vertraut. Herbert Lackner schaut in seinem neuen Buch hinter die Fassade einer vermeintlich „gemütlichen Zeit“.

Langsam füllen sich die Schaufenster, die Wirtschaft wächst, die Löhne steigen, bald kann man sich einen Italienurlaub leisten. Das neue Fernsehen leert die Kinos, Waschmaschine und Kühlschrank erleichtern den Alltag. Das ist die eine Seite der 1950er- und 1960er-Jahre.

Die andere ist ungemütlicher: Der Mann entscheidet, ob die Frau arbeiten darf. Sittenwächter stürmen Kinos, in Teilen des Landes sind das Twist-Tanzen und der Bikini verboten. Österreich ist spießig und verzopft. 
Auch politisch ist das Bild voller Widersprüche: Die SPÖ hilft bei der Gründung der FPÖ-Vorgängerpartei, die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit gerät früh ins Stocken, die ÖVP stürzt ihren Kanzler Leopold Figl und hohe Politiker paktieren mit dem US-Geheimdienst CIA.

Herbert Lackner erzählt von einem Land, das nur mühsam den Weg in die Moderne fand.

TALKING POINTS:

  • Wirtschaftswunder trifft Biedermeier
    Österreich wird wohlhabender, Autos, Konsumgüter und Urlaubsreisen werden erschwinglich – gesellschaftlich aber bleibt das Land erstaunlich lange in alten Vorstellungen gefangen.
  • Nazistimmen werden umworben, Kommunisten bekämpft
    ÖVP und SPÖ buhlen um die Stimmen ehemaliger Nationalsozialisten, der VdU zieht 1949 mit elf Prozent ins Parlament ein. Gleichzeitig wächst die Angst vor dem Kommunismus. Zwischen Ost und West muss das besetzte Österreich politisch lavieren – bis 1955 Neutralität und Staatsvertrag den Weg in die Freiheit ebnen.
  • Pizza, Vespa und Toast Hawaii: Das Fernweh zieht ein
    Italien wird zum Urlaubstraum, der eigene fahrbare Untersatz verspricht neue Freiheit. Pizza und Toast Hawaii bringen die Ferne auf den Teller, während Honolulu, Kalkutta und die Prärie die Hitparaden erobern.
  • Die Herrschaft der Männer
    Der Mann ist Familienoberhaupt, Frauen brauchen für vieles seine Zustimmung und ihre Berufstätigkeit gilt als nachrangig. Ein Familienrecht aus dem 19. Jahrhundert bestimmt noch weit hinein in die Nachkriegszeit das private Leben. Während sich der Alltag rasant verändert, halten sich traditionelle Rollenbilder hartnäckig.
  • Mein Gott – Sex!!!
    Unverheirateten Paaren kann ein gemeinsames Hotelzimmer verwehrt werden, Studentenheime wachen streng über die Geschlechtertrennung und Aufklärungsfilme sorgen für Empörung. Die sexuelle Revolution trifft in Österreich auf eine besonders prüde Gesellschaft.
  • Kaiser-Schmarren, Fernsehen und der Untergang des Abendlands
    „Sissi“ lockt Millionen ins Kino, während das neue Fernsehen in die Wohnzimmer einzieht. Zehn Jahre später kommen die Beatles nach Österreich: von der Jugend bejubelt, von vielen Erwachsenen als Provokation empfunden. Selbst ihre langen Haare werden zur politischen und kulturellen Aussage.
  • Heimatidylle trifft neue Wirklichkeit
    Heimatfilme beschwören eine heile, ländliche Welt, während sich Österreich längst verändert. Die ersten Gastarbeiter kommen, Städte und Lebenswelten wandeln sich und die alte gesellschaftliche Ordnung beginnt Risse zu bekommen.
  • Unter den Talaren: Die Jungen begehren auf
    In den 1960er-Jahren stellen neue Musik, Kunst und Lebensformen Autoritäten infrage. Studenten protestieren, die Wiener Avantgarde provoziert, der Generationenkonflikt wird sichtbar.

«Ein guter Teil der Leserschaft hat die hier beschriebenen Jahre vielleicht ganz oder zumindest teilweise selbst miterlebt. Manches wird diesen Leserinnen und Lesern bekannt vorkommen, vieles wird aber auch für sie neu sein.» Herbert Lackner

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